(Start)Schwierigkeiten

Meditation, egal welche Form man wählt, ist immer etwas, worauf man sich einlassen können muss. Es ist wesentlich mehr als sich irgendwo ins stille Kämmerlein zu hocken und ein bisschen im Kerzenschein zu atmen. (Das ist überspitzt geschrieben, doch seien wir ehrlich, wer hat nicht erst einmal so ein Bild zum Thema Meditation im Kopf.) Die erste Schwierigkeit ist schon, eine für sich passende Position zu finden. Üblicherweise wird bei den passiven Formen im Sitzen meditiert, idealerweise auf dem Boden im Lotussitz. Es geht jedoch auch auf einem Stuhl oder ähnliches.

Es gibt zwei große, innere Hindernisse mit denen man konfrontiert wird. Deswegen ist es wirklich wichtig, das Ganze zu wollen, sich wirklich darauf einlassen zu wollen. Das erste Hindernis, ist das stille Sitzen bleiben. Bei den passiven Meditationsformen wird eine Position eingenommen und beibehalten. Diese sollte daher möglichst bequem sein, jedoch auch nicht zu bequem, eine gewisse Körperspannung sollte noch vorhanden sein (andernfalls besteht durchaus die Gefahr des Einschlafens). Allerdings sind wir in unserer modernen Welt immer in Bewegung und nie wirklich in einem Ruhezustand. Gerade am Anfang wird daher selbst die bequemste Position unbequem. Oder es juckt einen just in diesem Moment (generell ein Phänomen, dass es uns offenbar immer dann irgendwo zu jucken beginnt, wenn wir uns gerade nicht kratzen können).
Das zweite Hindernis ist die Tatsache, dass man zum ersten Mal seinen eigenen Geist hört, seinen eigenen Gedanken mal wirklich zuhört. Und dabei vermutlich feststellt, was für ein Gebrabbel da so den ganzen Tag im Kopf ist. Das kann ziemlich erschreckend und unglaublich anstrengend sein. Der erste Impuls ist oft, diesen Gedanken nachzugehen. Doch ist es Ziel, egal welche Form man wählt, genau dieses nicht zu tun. Dies fällt nicht nur am Anfang schwer.
Das Erlernen von Medition ist nie zuende, die Praxis bringt immer wieder neue Erfahrungen mit sich. Es gibt kein richtiges oder falsches Meditieren, keinen Wettbewerb, keine ultimative Erleuchtung. Und auch keine ultimative Lebenslösung. Meditieren ist, wie das Leben an sich, ein dauerhafter Lernprozess, ein immer wieder von vorn beginnen. Meditieren, egal welche Form gewählt wird, hilft uns, den Alltag nicht nur als Routine zu sehen, sondern ihm an jedem Tag so zu begegnen als wäre alles vollkommen neu. Ein bisschen so, wie (kleine) Kinder die Welt erleben.

<<  

Advertisements

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Judi Blue sagt:

    Liebe Ilaina, mir gefallen deine Beschreibungen über Achtsamkeit sehr gut. Ich bin Neueinsteigerin bei diesem Thema und es tut mir gut, mehr über die Theorie zu erfahren. Meditation war für mich oft: ja wäre mal wieder gut, aber nur still sitzen, das klappt bei mir nicht. Nach meiner schweren Depression im letzten Jahr, ist mein Leidensdruck aber groß geworden und ich will mein Leben heute wirklich achtsam leben. Es gelingt mir an einigen Tagen sehr gut (informell im Alltag), an anderen weniger. Ich freue mich schon auf weitere Teile 😊

    Gefällt 3 Personen

    1. Ilaina sagt:

      Ja, am Anfang ist es echt schwer mit dem still sitzen. Und wenn man das Gefühl hat, jetzt geht es grad einfach gar nicht formell praktizieren, dann ist es eben so. Das darf man dann bei sich selbst auch einfach akzeptieren. Generell hilft Achtsamkeit sehr dabei sich selbst anzunehmen. Klappt zwar auch an manchen Tagen besser und an manchen schlechter, doch das ist wiederum natürlich.

      Gefällt 3 Personen

  2. Anny Page sagt:

    Hätte jetzt locker weiter lesen können. Motiviert mich. Also…lass nicht zu lange drauf warten 😉 …ich nehme mir schon so lange vor mal wieder zu meditieren. Gehst du auf alle ein die du beschrieben hast?Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Ilaina sagt:

      Was ich wirklich praktiziert habe, wird vorkommen. Ich mache nach dem WE weiter.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s