Yoga und Tai Chi

Im zweiten Trimester nahm ich auch meine Yogapraxis wieder auf. Ich hatte Yoga zuvor eher als Entspannungsübung praktiziert. Als Ausgleich zu den sehr einseitigen Belastungen meiner Arbeit. Ausserdem tat es meiner Achillessehne, mit der ich durch die Arbeit immer wieder Probleme hatte, gut. Während der Schwangerschaft bekam Yoga für mich nochmal einen ganz anderen Aspekt: Mich wieder in Einklang mit meinem veränderten Körper bringen. Hinein spüren, besonders in Bezug auf Schmerzen. Yoga ist ausserdem eine wunderbare Methode einen unruhigen, vielleicht besorgten Geist, wieder in Einklang mit dem Körper und zur Ruhe zu bringen. Beim Yoga ist die Bewegung im Einklang mit der Atmung. Das bedeutet, dass wir am besten tief und langsam Atmen, damit wir schöne, weite und ruhige Bewegungen machen können. Vor allem auch für Übungen im Stehen ist eine ruhige Atmung wichtig (und ja, man kann den „Baum“ auch als Schwangere mit turnendem Baby im Bauch machen. Eine Frage der Übung und vor allem der Atmung.) Ich habe jeden Morgen meine Übungen gemacht und anschliessend meditiert.

Im dritten Trimester kam noch Tai Chi hinzu. Ich habe Tai Chi jedoch nicht separat praktiziert, sondern in meine Yoga-Routine eingebunden. Grund hierfür war vor allem, dass Tai Chi mich noch mehr zur Ruhe gezwungen hat. Besonders im letzten Drittels des Trimesters wurde ich langsam sehr ungeduldig. Nicht, weil ich große Probleme hatte, sondern einfach, weil ich so langsam sehr neugierig wurde auf das kleine Wesen, dass da in mir heran wuchs. Und auch schon so langsam seinen Charakter durchblicken liess. Die Bewegungen im Tai Chi beginnen klein und werden dann immer größer und weiter. Dazu braucht es viel Ruhe, denn sie sollten nicht hastig ausgeführt werden. Dazu energetisiert Tai Chi auf eine ganz unglaubliche Weise. Gerade im dritten Trimester, wenn die Wehwehchen wieder zunehmen und der Schlaf auch wieder schlechter wird, war diese Verbindung für mich ganz großartig: Mit den Yogaübungen konnte ich den müden, verspannten Körper sanft wecken, die Muskeln dehnen und die Schmerzen lindern (vor allem in Bezug auf Achillessehne und Ischiasnerv). Auch in Bezug auf die Wassereinlagerungen in den Beinen haben mir die Yogaübungen sehr geholfen. Tai Chi brachte dazu den Kreislauf wieder in Schwung, die Gedanken zur Ruhe und Energie in den Körper. Meine Meditationserfahrungen waren im Anschluss oft intensiver als sonst.

Ich bin keine Yogalehrerin, so dass ich an dieser Stelle auch davon absehen werde, die von mir ausgeführten Übungen als Anleitung einzufügen. Ich werde jedoch am Ende des Kapitels eine Liste anfügen, welche Hilfsmittel, inklusive Literatur, ich genutzt habe.

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