Zweites Kapitel – Schwangerschaft

Wie ich meine Reise begann

Ich habe angefangen mich etwa in der 14. Schwangerschaftswoche mit Meditation zu beschäftigen. Nach den teilweise sehr unschönen ersten Wochen, was vor allem an sehr viel Ärger mit meinem damaligen Arbeitgeber lag, sehnte ich mich nach Ruhe. Autogenes Training kannte ich zu dieser Zeit bereits. Allerdings war es nicht das, was ich suchte. Ich wollte meditieren. Doch wie? Es sollte schon auf eine Schwangerschaft zugeschnitten sein. Zunächst stieß ich auf eine CD mit Meditationen für jeden Schwangerschaftsmonat und zur Vorbereitung auf die Geburt. Bei dieser CD wird hauptsächlich mit Visualisierungen gearbeitet. An sich ist sie sehr schön gemacht, doch so ganz das richtige, war es noch nicht. Mir kam der Begriff Achtsamkeit in den Sinn. Dieser war mir immer mal wieder quasi im Vorbeilesen irgendwo untergekommen. Was es damit genau auf sich hat, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So richtig wurde ich erst nicht fündig, bis ich dann auf ein großartiges Buch stieß: „Der achtsame Weg durch Schwangerschaft und Geburt“ von Nancy Bardacke. Genau so etwas hatte ich gesucht. Das wunderbare an diesem Buch ist, dass Nancy Bardacke eine erfahrene Hebamme und Achtsamkeitslehrerin ist. Sie schaffte eine wunderbare Verbindung aus den physischen und psychischen Abläufen bei der Geburt und wie Achtsamkeit uns dabei unterstützen kann. Man begleitet sie in diesem Buch urch einen kompletten Kurs. Zum besseren Nachschlagen sind die vorgestellten Übungen separat im Anhang aufgelistet. Das sparte mir eine Menge Blätterei. Und auch wenn ich nun schon eine Weile „dabei“ bin, so stehe ich doch immer noch ziemlich am Anfang meiner Reise.

Nun mag man sich vielleicht fragen: Was bringt es mir denn, Achtsamkeit zu kultivieren? Welchen Nutzen habe ich im Alltag davon?

Achtsamkeit an sich zu üben ist ein sehr geringer Aufwand. Die formelle Praxis, also das zurückziehen und meditieren, beschränkt sich, im Verhältnis zum restlichen Tag, auf einen recht kurzen Zeitraum. Doch diese kurze tägliche Investition hat eine immense Auswirkung auf uns und unser Leben. Wir lernen durch das gegenwärtig sein im Moment unseren Körper besser kennen. Wir können genauer hinspüren, Sinneseindrücke neu und genauer erfahren. Wir können besser erspüren, was in uns vorgeht, wenn wir durch Meditation und informelle Praxis lernen, wie wir so „ticken“.

Achtsamkeit hilft uns auch zu erkennen und zu verstehen, wie stark unsere Gefühlswelt, unsere Empfindungen und Erfahrungen beeinflusst. Je nachdem, wie wir uns emotional fühlen, kann eine Sinnesempfindung bereits bei der Entstehung als unangenehm, neutral oder angenehm gefärbt sein. Und das kann bei gleichen Empfindungen täglich schwanken. Beispielsweise stören uns Rückenschmerzen an einem Tag mehr, weil wir schlecht gelaunt sind, an einem anderen Tag sind sie uns egal, weil gute Laune haben.

In unserem Alltag stoßen wir immer wieder auf Situationen, die für uns schwer auszuhalten sind. Situationen, die wir als negativ oder schlecht empfinden oder einfach als störend und unnötig. Wir hadern damit, was uns meistens den Tag noch mehr verhagelt. Sind wir in Achtsamkeit geschult, können wir diese Situationen besser akzeptieren. Wir können akzeptieren, dass wir sie nicht ändern können, dass es eben so ist, wie es ist. Akzeptanz ist ausserdem eine gute Hilfestellung, wenn wir uns in Geduld üben müssen. Und gerade im Leben mit Kindern wird unsere Geduld immer wieder auf die Probe gestellt. Solche Momente sind die besten, um uns in Geduld zu üben. Haben wir durch unsere Praxis bereits Akzeptanz gelernt, fällt uns dies leichter, als ohne.

Es gibt noch viel mehr Eigenschaften, die wir mit der Achtsamkeitsübung nach und nach kultivieren (können). Doch die genannten empfinde ich, besonders in Bezug auf Schwangerschaft, Geburt und den Alltag als Familie als am wichtigesten. Besonders in den ersten Wochen und Monaten von Schwangerschaft und Babyzeit hilft es sehr, wenn man in sich und sich ein Stück weit in sein Baby hinein fühlen kann, um zu erkunden, was vorgeht. Es hilft in schweren Phasen seinen plappernden Geist, das eigene Kopfkino unter Kontrolle zu halten und nicht (allzu schnell) die Ruhe zu verlieren.

Ich werde meine Praxis und die verwendeten Übungen im Verlauf meiner Schwangerschaft vorstellen. Die anschliessenden Kapitel werden dann schildern, wie ich die Praxis nach der Geburt fortführe und vor allem, wie sich die bereits vorhandene Meditationspraxis auf unseren Alltag auswirkt

Erste Übung – Achtsames Atmen

Zweite Übung – Achtsames Hören

Dritte Übung – Gehmeditation

Vierte Übung – Body Scan

Yoga und Tai Chi

Hilfsmittel

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